Screaming-Frog

Onpage SEO mit Screaming-Frog

Fälschlicherweise wird immer wieder behauptet, dass kostenlose SEO-Tools nichts taugen – das perfekte Gegenbeispiel ist der SEO-Spider “Screaming Frog”. Gerade zur Ergänzung von Analysen ist das kleine kostenlose Programm ein echter Experten-Geheimtipp, um schnell und umfangreich Websites hinsichtlich verschiedenere Faktoren zu ranken. Bis zu 500 Unterseiten (URLs) lassen sich mit Screaming Frog komplett kostenlos crawlen und untersuchen – wer noch mehr braucht, der kann sich für umgerechnet 128 Euro (99 Pfund) Jahresgebühr die Vollversion des Tools bestellen und unbegrenzt Websites Crawlen. Angesichts des Leisungsspektrum von Screaming Frog ist das eine durchaus lohnenswerte Investition. Grundsätzlich aber ist die kostenlosen Version von Screaming Frog für die meisten, kleineren SEO-Analysen vollkommen ausreichend.

Wie funktioniert Screaming Frog?

Zu den bekannten anderen SEO-Tools unterscheidet sich Screaming Frog in einer Sache wesentlich: es wird nicht im Browser online gestartet, sondern heruntergeladen und lokal auf dem PC, Mac oder Linux-System installiert. Ist das erledigt, ist die Bedienung des SEO-Tools denkbar einfach: die gewünschte URL oder Domain wird eingegeben und “Start” gedrückt. Damit wird der kleine Spider losgeschickt, der die Webadresse durchsucht und jedem Link darauf folgt. Der Schwerpunkt von Screaming Frog liegt klar auf der onsite-Analyse, sprich es werden in ersten Linie Daten erfasst, die sich auf die eingegebene Website beziehen. Die gecrawlten Werten werden in thematischen Ordnern sortiert, können gefiltert und exportiert werden.

Wie arbeitet der SEO-Spider?

Um sämtliche Informationen einer Website zu sammeln, arbeiten Screaming Frog ähnlich wie der Googlebot und befolgt dabei die Regeln, die in der robots.txt festgelegt werden. Auch hier unterscheidet sich das Tool wesentlich von anderen Analyse-Werkzeugen auf dem Markt, denn Screaming Frog hat zwar seinen eigenen User-Agent, allerdings ist die Arbeitsweise analog zu Google und damit eine gute und wertvolle Informationsquelle, wenn man wissen will, wie die Suchmaschine die eigene Website “sieht”.

So funktioniert der SEO-Spider

  1. Es wird nur die eingegebene Subdomain gecrawlt und alle weiteren Subdomains werden wie externe Links behandelt.
  2. Der Spider startet im angegebenen Verzeichnis und arbeitet sich dann fortlaufend durch. Möchte man nur ein Unterverzeichnis crawlen, so sollte man dieses auch entsprechend eingeben, z.B. www.beispiel.de/seo oder seo.beispiel.de.
  3. Wenn man eine Website crawlen möchte, die sehr komplex ist und tausende von Unterseiten umfasst, so braucht man definitiv die Premium-Version von Screaming Frog. Die Seite sollte dann sektionsweise gescannt werden, damit man die gesammelten SEO-Daten auch überschauen und sortieren kann. Screaming Frog ist ein Tool, dass schnell viele Ressourcen des lokalen Rechners benötigt. Zwar geht eine SEO-Analyse oftmals schneller als mit Browser-Tools, aber sie können den Rechner performance-technisch auch in die Knie zwingen, die viel Arbeitsspeicher benötigt wird.

Was kann Screaming Frog?

Die Features von Screaming Frog sind beeindruckend umfangreich. Alle relevanten SEO-Faktoren werden mit diesem Tool erfasst und übersichtlich gegliedert. Das Gute: alle analysierten Website-Daten lassen sich bereits vor dem Crawlen einschränken, filtern und später als CSV-Datei exportieren.

Folgende Daten kann das SEO-Tool erfassen

  • Server- und Browserfehler (4XX und 5XX, z.B. 404-Fehler)
  • Redirect-Weiterleitungen (3XX, z.B. 301 für eine dauerhafte Weiterleitung)
  • alle externe Links und deren Status-Codes
  • alle URI Ergebnisse (z.B. dynamische Adressen)
  • Doppelte Seiten und doppelter Content
  • Prüfung des Seitentitel (Vollständigkeit, Länge, über 65 Zeichen usw.)
  • Meta-Description Prüfung (z.B. ob diese länger als 165 Zeichen ist)
  • Meta-Keywords (für Google irrelevant, werden nur der Vollständigkeit nach analysiert)
  • H1 und H2 Überschriften (z.B. ob diese doppelt vergeben wurden)
  • Meta-Robot Prüfung (z.B. Index, NoIndex, Follow, NoFollow usw.)
  • Meta-Refresh wird getestet (z.B. zeitverzögertes Laden der Website)
  • Canonical-Tags werden analysiert
  • Paginierte Seiten Prüfung (z.B. rel=”next” – wichtig bei Blogs und Webshops)
  • Website-Pfad-Tiefe wird ermittelt
  • Eingehende und ausgehende Links werden überprüft
  • Analyse der Ankertexte der Links
  • Follow- und Nofollow-Attribute der Links werden überprüft
  • Bilder-SEO-Analyse (z.B. alt- und title-Tag und Speichergröße der Bilder)

Es gibt noch einige weitere Funktionen von Screaming Frog, welche die tägliche SEO-Arbeit enorm erleichern. So kann das Tool beispielsweise auch XML-Sitemaps erstellen, welche dann wiederum an die Suchmaschine übermittelt werden können.

Screenshot Screaming Frog URI Screenshot Screaming Frog Server Response Screenshot Screaming Frog Seitentitel Screenshot Screaming Frog Meta Keywords Screenshot Screaming Frog Meta Description Screenshot Screaming Frog interne Links Screenshot Screaming Frog Überschriften Tag Screenshot Screaming Frog H1 Tag Screenshot Screaming Frog externe Links Screenshot Screaming Frog Bilder SEO

SEO-Spider Screaming-Frog

Pro Contra
Analyse in wenigen Sekunden lokale Installation notwendig (kann nicht im Browser ausgeführt werden
umfangreicher Onpage-Check prüft keine Backlinks
Export-Funktion kein Keyword-Monitoring
XML-Sitemap-Funktion kein Konkurrenzvergleich
keine Alert-Funktion
keine WDF-IDF Analyse

Man kann sagen, dass Screaming Frog ein “Early Bird” in der Geschichte der Suchmaschinenoptimierung ist, denn bereits 1998 wurden die ersten Grundsteine für dieses Tool gelegt, als Graeme die ersten SEM-Agentur Englands gründete. Eine der ersten Team-Member dieser Agentur namens Dan arbeitete lange Zeit als SEO-Consultant unter dem Namen “Screaming Frog” und war damit maßgeblich der Namensgeber des SEO-Tools. Dieses war ursprünglich entwickelt worden, um Websites schnell und effektiv crawlen und technische Probleme entdecken zu können. Auf dieser Datenbasis konnte Dan dann gezielte Optimierungsmaßnahmen vornehmen, um das Ranking von Seite in der Suchmaschine zu optimieren. Die Gründer Graeme, Jason und Dan erkannten das große Potential ihres Tools und entwickelten eine öffentliche Variante von Screaming Frog, welche als lite-Version von Anfang an kostenlos zum Download bereitstand. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Screaming Frog ohne Werbung oder gezieltes Marketing schnell die Marke von 100.000 Downloads geknackt hatte – alles durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Der SEO-Spider kam so gut in der Community an, dass er sogar für den “UK Search Award” für die beste SEO-Software vorgeschlagen wurde. 2014 wurde das Programm sogar in einer großen Umfrage von Moz zur TOP-5 der kostenpflichtigen SEO-Tools gewählt.